Informationen für Privatversicherte

Zunehmend berichten uns privat versicherte Patienten, dass ihre Versicherungsgesellschaften unberechtigte Kürzungen der Kostenerstattung vornehmen. Die Begründung für die Ablehnung ist oft, dass unsere Sätze zu hoch seien. Die einzelnen privaten Versicherungsgesellschaften spekulieren darauf, dass Sie als Kunde vor einer – zumeist erfolgversprechenden – Einschaltung Ihres Rechtsanwaltes zurückschrecken. Möglicherweise hoffen sie gar darauf, dass Sie angesichts unzumutbarer Eigenbeteiligungen freiwillig auf medizinisch indizierte Therapiemaßnahmen verzichten.

Für den gesamten Heilmittelbereich (Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie) gibt es bislang keine einheitliche Gebührenordnung, anders als bei Ärzten, für die es eine GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) gibt. Es bestehen jedoch mehrere Gerichtsurteile bzgl. einer angemessenen Preisgestaltung im Heilmittelbereich. Als angemessen wird ein Honorar bis zum max. 2,3-fachen Satz des VdeK-Kassensatzes betrachtet.
Da unsere Praxis zwar im Großraum München angesiedelt ist, tendenziell jedoch an einer Grenze zu ländlichen Strukturen lokalisiert ist, sehen wir davon ab, uns an dieser Höchstgrenze zu orientieren.

Ob Ihre Versicherungsgesellschaft dazu verpflichtet ist, die Gesamtkosten zu erstatten, hängt im Wesentlichen davon ab welchen Tarif Sie gewählt haben. Haben Sie z. B. in jungen Jahren zugunsten günstiger Versicherungsbeiträge einen Selbstbehalt oder eine Kostenübernahme, z.B. in Höhe des Beihilfesatzes, vereinbart oder die Erstattung von Heilmitteln ausgeschlossen, kann es sein, dass eine unvollständige Kostenübernahme vertragskonform ist. Haben Sie jedoch eine Übernahme der Gesamtkosten vereinbart, empfehlen wir Ihnen, unsere Liquidation dem Patienten-Referat der Bayerischen Landesärztekammer, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, zur Prüfung vorzulegen. Hier stehen auf Anfrage unabhängige Sachverständige zur Verfügung, die Sie auch bei der Durchsetzung Ihrer Erstattungsansprüche beraten können. Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, eine Anwaltskanzlei Ihres Vertrauens mit Tätigkeitsschwerpunkt Medizinrecht mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Patienten, die diesen Weg bestritten haben, berichten uns bisher ausnahmslos von einer anstandslosen Erstattung der Versicherungsgesellschaften. Wir bitten Sie deshalb vor der Aufnahme der Behandlung Ihre Ansprüche mit Ihrer Versicherungsgesellschaft zu klären.

Wenn wir die Behandlung aufnehmen, möchten wir uns Ihnen bzw. Ihren Angehörigen als Therapeuten widmen und nicht langwierig Honorarvereinbarungen und Erstattungsansprüche besprechen. Durch regelmäßige interne und externe Fortbildungen stellen wir sicher, dass Sie nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden therapiert werden. Wir freuen uns, in Ihre Behandlung auch hochwirksame Ansätze, die das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen nicht vorsieht, einfließen lassen zu können.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und freuen uns, Sie als Patienten begrüßen zu dürfen!

Herzlich Ihr Praxisteam