„Der Atem als das schwingende Band zwischen
Körper, Geist und Seele“
R. Guardini

Atempädagogik

Das Anwendungsgebiet der Atempädagogik ist breit gefächert:

  • Asthma, chronische Bronchitis, Emphysem und sonstige Atemstörungen
  • funktionelle Störungen des Verdauungs-, Herz- und Kreislaufsystems
  • Erschöpfungs- und Spannungszustände
  • Migräne, Depressionen und Ängste
  • Haltungsfehlformen
  • psychosomatische Störungen
  • Begleitung natürlicher Lebensprozesse wie Schwangerschaft, Lebenskrisen und Sterben

In fast allen Hochkulturen wird dem Atem eine besondere Bedeutung beigemessen, was sich auch in den jeweiligen Sprachen widerspiegelt. Die alten Griechen haben die Begriffe Pneuma und Odem sowohl für Atem, als auch für Geist und Seele verwendet. Auch die Vorstellung, dass der Atem Sitz der Lebenskraft, der Seele oder sogar mit der Seele identisch sei, ist weit verbreitet. In Indien wird dies durch die Begriffe Atman und Prana ausgedrückt, in China durch den Begriff Qi. Seit Beginn des 20.Jahrhunderts entwickelten sich auch bei uns verschiedene Methoden, den Atem therapeutisch und pädagogisch zu nutzen. In meiner Praxis wird Atemarbeit nach Herta Richter in Einzelsitzungen und in Gruppen angeboten.

Atemarbeit in Einzelsitzungen und in der Gruppe

Die Einzelarbeit findet am bekleideten Menschen auf körperlicher Ebene statt. Über die Berührung mit den Händen entsteht ein Dialog zwischen der Therapeutin und dem Atem der / des Behandelten.

Mit großer Achtsamkeit führt die Therapeutin den Menschen über die Berührung zur bewussten Wahrnehmung des Atems als Kraftquelle. Blockaden und Verspannungen werden deutlich und können sich lösen. Körperräume können endeckt werden und eine neue Lebendigkeit erwacht. Am Schluss jeder Einzelstunde steht das Gespräch, in dem das Erlebte besprochen wird.

In der Gruppenarbeit wird über körperliche Übungen Kontakt zum Atem hergestellt. Körperräume werden deutlich, die Verbindung von Seele und Körper sowie eine Öffnung ins Geistige können geschehen. Dafür werden Bewegungen, Dehnungen, Druckpunkte und die Stimme eingesetzt. Zum Abschluss findet ein wertfreier Austausch der Übenden statt.